Unser besonderer Service für Sie:
Hier stellen wir Ihnen in unregelmäßigen Abständen Beiträge aus den Wochenberichten
des DIW Berlin vor, die auf Ergebnissen aus unserer Befragung LEBEN IN DEUTSCHLAND (SOEP)
basieren und die wir besonders interessant finden.
Alle vorgestellten Berichte können durch Anklicken der Überschrift im kompletten Wortlaut nachgelesen werden. Ältere Berichte können Sie im Archiv abrufen.
DIW-Wochenbericht 25/2009
Vollzeitbeschäftigte wollen kürzere, Teilzeitbeschäftigte längere Arbeitszeiten
von Elke Holst
Dieser Bericht wurde bereits in der aktuellen Broschüre für die Befragten des SOEP vorgestellt. Wir fassen den Inhalt an dieser Stelle noch einmal kurz zusammen. Wenn Sie den Beitrag im kompletten Wortlaut nachlesen möchten, klicken Sie bitte oben auf die Überschrift.
Die Arbeitszeiten von Frauen und Männern haben sich seit der Wiedervereinigung im Durchschnitt unterschiedlich entwickelt. Frauen sind zwar immer häufiger erwerbstätig, arbeiten aber verstärkt in Teilzeit oder als geringfügig Beschäftige. Auch bei den Männern ging die Vollzeiterwerbstätigkeit relativ und absolut betrachtet zurück, nicht jedoch die durchschnittliche Wochenarbeitszeit. Insgesamt kann man eine Angleichung der Arbeitszeiten von abhängig beschäftigten Frauen und Männern in West- und Ostdeutschland beobachten. Allerdings liegen die Arbeitszeitwünsche oft ganz woanders: So möchten Arbeitnehmerinnen in den neuen Bundesländern deutlich mehr Wochenstunden arbeiten, als ihre Kolleginnen in Westdeutschland. Arbeitszeiten von mehr als 40 Wochenstunden sind hingegen in allen Teilen Deutschlands gleichermaßen unbeliebt.
DIW-Wochenbericht 3/2010
Alterssicherungsvermögen dämpft Ungleichheit - aber große Vermögenskonzentration bleibt bestehen
von Joachim R. Frick und Markus M. Grabka
Private Vermögen sind in Deutschland sehr ungleich verteilt, und die Ungleichverteilung nimmt seit einigen Jahren noch zu. Bei den Berechnungen hierzu musste man bislang allerdings darauf verzichten, die Anwartschaften auf Renten und Pensionen mit einzubeziehen, weil verlässliche Angaben dazu fehlten. Wissenschaftler des DIW Berlin konnten nun erstmals im Rahmen eines von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekts errechnen, wie sich die Vermögensverteilung ändert, wenn man die Anwartschaften auf Renten und Pensionen berücksichtigt. Im Ergebnis beliefen sich die Anwartschaften der Menschen an die verschiedenen Altersicherungssysteme auf insgesamt 4,6 Billionen Euro. Die Studie machte zudem deutlich, dass der Anspruch auf eine Rente oder Pension für viele Menschen einen hohen Stellenwert in ihrem Gesamtvermögen einnimmt. Ein weiteres Ergebnis zeigt, dass durch das Alterssicherungsvermögen der Menschen die Ungleichverteilung des Gesamtvermögens ein wenig egalisiert wird - wenngleich sich dadurch nichts an der generellen Ungleichverteilung ändert.
DIW-Wochenbericht 48/2009
Geldanlage: Frauen sind vorsichtiger als Männer - weil sie weniger Vermögen haben
von Oleg Badunenko, Nataliya Barasinska und Dorothea Schäfer
Experten für Geldanlagen und Finanzprodukte neigen gern zu der Annahme, Frauen seien risikoscheu und würden nur in sichere Vermögensanlagen investieren. Basierend auf den Ergebnissen der SOEP-Befragung des Jahres 2004 untersuchten Forscher des DIW Berlin, ob dieses Klischee zutrifft und kamen dabei zu interessanten Schlussfolgerungen: So ist nicht die Geschlechtszugehörigkeit generell dafür verantwortlich, welches Anlageverhalten ein Mensch an den Tag legt. Maßgeblich für die größere Vorsicht von Frauen bei der Geldanlage ist vielmehr, dass sie durchschnittlich nur die Hälfte des Vermögens zur Verfügung haben. Man kann also nicht einfach behaupten, Frauen seien von Natur aus risikoscheuer als Männer. Die Studie ergab, dass Haushalte mit einem männlichen Haushaltsvorstand im Durchschnitt doppelt so viel Geld zur Verfügung haben, als Haushalte mit einem weiblichen Vorstand. Sie ergab jedoch auch, dass es keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt, wenn es um die Neigung geht, in riskante Anlagen zu investieren - vorausgesetzt, man berücksichtigt die Höhe der Vermögen und weitere sozioökonomische Merkmale.
DIW-Wochenbericht 34/2009
Sozialer Rohstoff: "Den meisten Menschen kann man vertrauen."
von Niels Michalski und Jürgen Schupp
Vertrauen wird im vorliegenden Artikel als eine Vorschussleistung in die Vertrauenswürdigkeit anderer Menschen definiert. Der Bericht beschäftigt sich mit dem Thema Vertrauen unter der Annahme, dass Vertrauen in andere sich schlussendlich auch unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten als sinnvoll und effizient erweist. Thematisiert wird aber auch, unter welchen Voraussetzungen Menschen Vertrauen verlieren, und dazu zählt natürlich nicht zuletzt der Verlust des Arbeitsplatzes. Geht man davon aus, dass das Vertrauen in die Mitmenschen der "soziale Kitt" in unserer Gesellschaft ist, dann kann man sich ausrechnen, dass hohe Arbeitslosenquoten einigen sozialen Sprengstoff in sich bergen. Der Forschungsbericht bezieht sich auf SOEP-Ergebnisse der Jahre 2003 und 2008.
DIW-Wochenbericht 39/2009
Deutschland ein Auswanderungsland?
von Marcel Erlinghagen, Tim Stegmann und Gert G. Wagner
Das Thema "Auswandern aus Deutschland" gelangte durch einige populistische Medienbeiträge in den vergangenen Jahren zu zweifelhaftem Ruhm. Tatsächlich verlassen jedes Jahr 0,8 Prozent der Bevölkerung das Land (etwa 650 000 Personen), und diese Auswanderungsrate ist seit mehr als 20 Jahren stabil. Auf Basis eines kleinen Pilotprojekts im Rahmen des SOEP konnten ein paar interessante Ergebnisse darüber geliefert werden, wer aus Deutschland auswandert und warum. Es wird deutlich, dass es auffällige Unterschiede zwischen deutschen Auswanderern und solchen mit Migrationshintergrund gibt: Deutsche Auswanderer sind oft junge, alleinstehende Akademiker (bis 35 Jahre), demgegenüber sind Auswanderer mit Migrationshintergrund oft älter (56 und 70 Jahre) und nicht (mehr) in den Arbeitsmarkt integriert. Generell lässt sich sagen, dass sich für Migranten eine seit Jahrzehnten zunehmende Auswanderungswahrscheinlichkeit beobachten lässt, für Deutsche jedoch nicht. Ein signifikanter Zusammenhang zwischen Lebenszufriedenheit (bzw. Lebensunzufriedenheit) und Abwanderungsplänen konnte in der Studie nicht nachgewiesen werden.