Kantar Public - Leben in Deutschland

LiD-Studien

 

Innovationserhebung

Womit verbringen die Menschen in Deutschland ihren Tag? Welche Aktivitäten machen sie glücklich und welche weniger? Wie unterscheiden sich Wählergruppen in ihren Vorstellungen von Gerechtigkeit? Welche Einstellungen haben die Menschen gegenüber Wildtieren wie etwa Füchsen?

Das sind nur einige Fragen, auf die WissenschaftlerInnen weltweit dank der INNOVATIONSERHEBUNG Antworten finden.

Die Innovationserhebung ist das Forschungs- und Entwicklungslabor des SOEP. Hier bringen Forschende neue gesellschaftlich relevante Forschungsfragen ein, die mit Hilfe unserer Haupterhebung LEBEN IN DEUTSCHLAND (noch) nicht beantwortet werden können. Darüber hinaus erproben sie neue technologiegestützte Erhebungsmethoden. Das heißt, die Teilnehmenden werden zum Beispiel mit Hilfe von Smartphone-Apps befragt.

Natürlich ist uns dabei der Schutz Ihrer persönlichen Daten genauso wichtig wie in unseren anderen Studien.

Jedes Jahr machen rund 5.000 Menschen aus 3.500 Haushalten bei der INNOVATIONSERHEBUNG mit. Hier stellen wir Ihnen Forschungsprojekte vor, die dank ihrer Teilnahme verwirklicht werden konnten.

Wenn Sie auf die farbigen Felder klicken, finden Sie weiterführende Informationen sowie Beispielmodule zu unserer Studie. Über das blaue Feld können Sie ein Interview mit Sophia Kimmig vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) ansteuern – lassen Sie sich überraschen.

 

Kontakt

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80687 München

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SOEP-Innovationssample: Worum geht’s?

2009 wurde eine neue Haushaltsstichprobe im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ins Leben gerufen: das Sample I, zunächst unter dem Namen „Methodenstichprobe“.

Vorrangiges Ziel dabei war, einen Raum für innovative methodologische und thematische Fragestellungen zu schaffen, der aus unterschiedlichen Gründen in der Haupterhebung von LEBEN IN DEUTSCHLAND nicht zur Verfügung steht.

Schon kurz nach dem Start war das Interesse in der Forschungsgemeinde so groß, dass die Stichprobe im Jahr 2011 offiziell als SOEP-Innovationserhebung (SOEP-IS) etabliert wurde.

In die INNOVATIONSERHEBUNG können WissenschaftlerInnen Experimente integrieren, aber auch Fragen zu ganz unterschiedlichen Themen. Manche Fragen werden nur einmal gestellt, andere werden wiederholt, um mögliche Langzeiteffekte zu messen. Außerdem dient die Innovationserhebung dazu, Fragen zu testen, die in die Hauptstudie LEBEN IN DEUTSCHLAND integriert werden sollen. Werden zum Beispiel manche Fragen nicht gut verstanden, ist das ein Indiz dafür, dass die Frage umformuliert werden muss.

Die Daten der Innovationsmodule werden zunächst für 12 Monate exklusiv denjenigen ForscherInnen zur Verfügung gestellt, die die neue Forschungsfrage eingebracht haben. Nach Ablauf der 12 Monate dürfen sie dann alle SOEP-ForscherInnen nutzen.

Seit dem Start wurde die Stichprobe kontinuierlich vergrößert. Besonders hervorzuheben ist die Erweiterung von 2012, als man auch bisherige Teilnehmende von LEBEN IN DEUTSCHLAND in diese Erhebung integrierte. Damit wurde es möglich, die Angaben der Teilnehmenden aus der Haupterhebung mit denjenigen von Haushalten und Personen zu vergleichen, die bislang ausschließlich an der INNOVATIONSERHEBUNG teilgenommen hatten.

In den Jahren 2013, 2014 und 2016 wurde die Anzahl der teilnehmenden Haushalte durch weitere Aufstockungen vergrößert. So haben im Jahr 2018 mehr als 3.200 Haushalte an der Innovationserhebung teilgenommen.

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Video: Füchse in der Stadt

Menschen haben ein zwiespältiges Verhältnis zu Füchsen. Einerseits sind Füchse verrufen als Hühnerdiebe und – zu Unrecht – als Überträger von Tollwut. Andererseits kennen wir alle die schlauen Füchse aus den Märchenbüchern. Aber was wissen Menschen tatsächlich über Füchse? Welche Einstellung haben sie zu den wilden Tieren? Und wie kann man Menschen am besten so über Füchse informieren, dass das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier gut funktioniert? Um das herauszufinden hat eine Gruppe von Forschenden aus Berlin und Tübingen die INNOVATIONSERHEBUNG genutzt. Wir haben mit einer von ihnen gesprochen, Sophia Kimmig vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin.

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Beispielmodul: Day Reconstruction Method (DRM)Beispielmodul: Day Reconstruction Method (DRM)

Dass Zufriedenheit messbar ist, davon sind viele WissenschaftlerInnen überzeugt. Darunter auch der israelisch-US-amerikanische Psychologe Daniel Kahnemann, der 2004 mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften (Wirtschaftsnobelpreis) ausgezeichnet wurde. Kahnemann hat mit der so genannten „Day Reconstruction Method“ ein Verfahren entwickelt, mit dem man nicht nur die aktuelle Zufriedenheit messen, sondern auch herausfinden kann, wie sie sich im Laufe eines Tages verändert.

Im Rahmen der SOEP-Innovationserhebung wird eine neue Variante dieser Methode angewendet. Dabei wird ein Tag im Leben der Befragten systematisch rekonstruiert und erfasst. Es wird festgehalten, wie sie ihre Zeit verbracht haben und wie sie diese Aktivitäten und die damit verbundenen Orte und Menschen erlebt haben. Dabei spielt auch die Frage, wie zufrieden die Befragten während der unterschiedlichen Episoden ihres Alltags waren, eine große Rolle. In ihrer Summe zeichnen diese Zufriedenheitsmessungen ein Bild der Gesamtzufriedenheit der Befragten nach.

Kahnemann arbeitet seit vielen Jahren mit SOEP-Daten. Auch in seinem 2012 veröffentlichten Buch „Schnelles Denken, Langsames Denken“ nimmt er Bezug auf unser Projekt.

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Beispielmodul: Happyness AppForschungsergebnis: Glück im Alltag

Welche Aktivitäten machen uns glücklich? Und warum sind manche Menschen glücklicher als andere? Um das herauszufinden, wertete eine internationale Gruppe von Forschenden die Angaben von 374 Teilnehmenden der INNOVATIONSERHEBUNG aus, die mit Hilfe einer Glücks-App (www.glueck-im-alltag.de) befragt worden waren. Sie hatten in der Smartphone- App unter anderem zu verschiedenen Zeitpunkten angegeben, was sie gerade machten, wie sie sich dabei fühlten und wo sie sich befanden.

Die wichtigste Erkenntnis der Forschenden: Wie glücklich wir uns fühlen, ist im Tagesverlauf sehr unterschiedlich und hängt stark davon ab, was wir tun. So zeigt sich etwa, dass Freizeitaktivitäten, das Zusammensein mit anderen – zum Beispiel auf Partys – und Tätigkeiten, die außer Haus oder jenseits des Arbeitsplatzes stattfinden, glücklich machen. Das erklärt für die WissenschaftlerInnen auch, warum aus anderen Orten Zugezogene oft weniger glücklich sind als Einheimische, denn sie verbringen weniger Zeit mit diesen Glück bringenden Aktivitäten als die Einheimischen.

Im Detail können die Ergebnisse hier nachgelesen werden.

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