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LiD-Studien

 

Innovationserhebung

Im Jahr 2009 wurde eine neue Haushaltsstichprobe im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ins Leben gerufen: das Sample I, zunächst unter dem Namen „Methodenstichprobe“.

Vorrangiges Ziel dabei war, einen Raum für innovative methodologische und thematische Fragestellungen zu schaffen, der aus unterschiedlichen Gründen im Rahmen der Haupterhebung von LEBEN IN DEUTSCHLAND nicht zur Verfügung steht.

Im Rahmen der Innovationserhebung sollen zum einen Fragen erprobt werden (die möglicherweise später auch in die Haupterhebung überführt werden können), zum andern werden hier innovative Module (z.B. Tests oder Experimente) angewendet, die ausschließlich computergestützt durchgeführt werden können.

Aufgrund des großen wissenschaftlichen Interesses an dieser Studie gab es schon kurz nach dem Start eine Vielzahl von Forschern, die auch innovative Befragungsmodule einbringen wollten und so wurde diese Stichprobe im Jahr 2011 offiziell als SOEP-Innovationserhebung etabliert.

Seitdem wurde die Stichprobe kontinuierlich erweitert. Besonders hervorzuheben ist die Erweiterung von 2012, als man auch bisherige Teilnehmer von LEBEN IN DEUTSCHLAND in diese Erhebung integrierte. Durch diese Integration von Haushalten aus der Haupterhebung von LEBEN IN DEUTSCHLAND in die INNOVATIONSERHEBUNG wurde es überhaupt erst möglich, die Angaben von Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Haupterhebung mit denjenigen von Haushalten und Personen zu vergleichen, die bislang ausschließlich an der INNOVATIONSERHEBUNG teilgenommen hatten.

In den Jahren 2013, 2014 und 2016 wurde die Anzahl der teilnehmenden Haushalte durch weitere Aufstockungen vergrößert. Mit dem Erfolg, dass wir 2017 insgesamt etwa 4250 Haushalte zur Befragung einladen können.

Die Innovationserhebung bietet ein breites Spektrum an neuartigen Erhebungsinstrumenten in Form spannender Experimente und abwechslungsreicher Fragenprogramme. Sie leistet als „Forschungs- und Entwicklungslabor“ des SOEP damit einen äußerst wichtigen Beitrag zum Erfolg der Studie LEBEN IN DEUTSCHLAND.

Zwei Beispiele aus vergangenen Fragebogenmodulen der Studie finden Sie unter folgenden Links:

 

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Beispielmodul: Mein Tag im Rückblick

Beispielmodul: Mein Tag im RückblickAls so genannte Glücksindikatoren bezeichnet man Kennziffern, die das menschliche Glück oder die menschliche Zufriedenheit über Zeit und Ort hinweg vergleichbar machen sollen. Basierend auf den Erkenntnissen der Glücksforschung und der Positiven Psychologie wird teilweise davon ausgegangen, dass Glück (beziehungsweise das subjektive Wohlbefinden) nicht nur messbar sei, sondern sogar über kulturelle Grenzen hinweg vergleichbar. Den Rahmen dafür bieten „Glücksindikatoren“.

Es existieren verschiedene Methoden, zu versuchen, das Glück oder das subjektive Wohlergehen von Menschen zu bestimmen. Die am einfachsten bei einer größeren Menge von Menschen anwendbare Methode ist eine subjektive Zufriedenheits-Befragung. Den Teilnehmern wird dabei eine oder werden mehrere Fragen zu ihrem individuellen Wohlergehen/Glücksgefühl vorgelegt. Eine Methode zur Bestimmung ist die von Daniel Kahneman (und weiteren Forschern) entwickelte Day Reconstruction Method: Hierbei wird der Teilnehmer anhand festgelegter Messmethoden befragt, wie zufrieden er zu bestimmten Zeitpunkten des Tages war. Insgesamt soll mit der DRM ein möglichst vollständiges Bild der Gesamtzufriedenheit als Summe der Zufriedenheit in jeder einzelnen Episode des Tages aufgezeichnet werden. Das im Rahmen der SOEP-Innovationserhebung verwendete DRM-Modul stellt eine Adaption der von Kahneman 2004 vorgestellten Day Reconstruction Methode dar. Mit Hilfe des Moduls kann festgehalten werden, mit welchen Tätigkeiten Menschen ihre Zeit verbringen und wie sie verschiedene Aktivitäten, Handlungsorte und andere Personen erleben. Dazu wird der Vortag der Befragung systematisch rekonstruiert und erfasst.

Daniel Kahneman erhielt 2002 den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften (Wirtschaftsnobelpreis) für seine Forschungsarbeit. Er arbeitete unter anderem mit Ergebnissen aus dem SOEP und veröffentlichte später das Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ (2012), worin auch Bezug auf unser Projekt genommen wird.

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Beispielmodul: Geld arbeiten lassen

Beispielmodul: Geld arbeiten lassenBei diesem Experiment konnten die Teilnehmer einen fiktiven Geldbetrag zwischen einer sicheren und einer riskanten Anlage aufteilen. Es standen ihnen dafür zwei Investmentoptionen zur Verfügung: Die Befragten konnten sich frei entscheiden, zu welchen Teilen sie dieses Geld in risikoarme Bundesanleihen oder in den Deutschen Aktienindex (DAX) investieren würden. Anschließend sollte die Befragungsperson noch einschätzen, ob in einem Jahr grundsätzlich ein Gewinn oder ein Verlust für ihre Investition zu erwarten wäre. Genau ein Jahr später bekamen die Teilnehmer einen Teil des aufgrund ihrer damaligen Investitionsentscheidung erwirtschafteten Ertrag ausbezahlt.

Ziel des Experiments war es, zu erforschen, was Menschen in Deutschland über den Aktienmarkt wissen, was sie von ihm für die Zukunft erwarten und was sie veranlasst, selbst Aktien oder Aktienfonds zu kaufen. Weniger als 10% der in Deutschland lebenden Menschen besitzen Aktien. Dieser Umstand wird oft als problematisch angesehen, da die hohe Präferenz für konservative Anlagemethoden zwar mit niedrigen Verlustrisiken verbunden ist, die Gewinnspannen aber – vor allem in Zeiten niedriger Zinsen – auch stark beschränkt sind.

Das Experiment von 2012 hat die weit verbreitete Ansicht über eine starke Skepsis gegenüber den Finanzmärkten innerhalb der Bevölkerung nicht bestätigen können. Im Allgemeinen hatten die Befragten die Risiken von Aktieninvestments richtig eingeschätzt.

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